Erarbeitung von Berufsbildern für Tiergesund-heitsberufe geplant. Treffen von etwa 30 Vertretern aus Berufsverbänden und Schulen aus 5 europäischen Staaten

Europa-Tagung Hattersheim-140619

Auf Einladung des Vereins Artgerechte Tiergesundheit e.V. trafen sich am 18./19.6.2014 in Hattersheim etwa 30 Vertreter von Berufsverbänden und Schulen aus 5 europäischen Staaten, um Herausforderungen für die Zukunft der Tiergesundheitsberufe und Ausbildungsinstitute zu beraten. Vertreter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweiz und Österreich einigten sich darauf, Qualitätsstandards für die Ausbildung, Prüfung und Ausübung der folgenden Berufe bzw. Berufsfelder zu entwickeln: Dentistik für Pflanzenfresser, Hufpflege und Huftechnik, manuelle Therapien (Osteopathie, Physiotherapie, Chiropraktik, Dorn-Therapie), Tierheilpraktiker, Hundetrainer und Tierverhaltenstherapeuten.

Es bestand Einigkeit, dass die Formulierung von Qualitätsstandards für die Ausbildung und Berufsausübung notwendig ist, um den Anforderungen des Tierschutzes und des Verbraucherschutzes zu genügen und um eine Vielzahl von Therapieverfahren zu erhalten. Ziel ist es, für die genannten Berufe Berufsbilder zu entwickeln, die die Anforderungen und Kompetenzen jeweils detailliert beschreiben und fachliche Qualitätsstandards festlegen. Alle Teilnehmer stimmten überein, dass alle genannten Berufe eine Berufsordnung haben sollten, die Regelungen für die Berufsausübung treffen. Auch für eine Fortbildungsverpflichtung sprachen sie sich aus. Die Beteiligten beabsichtigen, den Beratungsprozess im nächsten Jahr fortzusetzen und möglichst viele Berufsvertreter aus anderen europäischen Staaten zur Mitarbeit zu gewinnen.

Im Rahmen eines allgemeinen Informationsaustausches erörterten die Teilnehmer die rechtliche Situation für Tiergesundheitsberufe innerhalb Europas und befassten sich mit den Risiken und Chancen einer staatlichen Anerkennung. Es bestand Einigkeit, den Prozess zur Einführung des Europäischen Berufsnachweises (European Professional Card) zu nutzen, um Standards für die Heilberufe zu entwickeln und die Mobilität von Angehörigen der Tiergesundheitsberufe zu verbessern.

Die rechtliche Situation und die Anforderungen an die berufliche Ausbildung und Berufsausübung sind in den einzelnen Ländern Europas sehr unterschiedlich. Während z.B. der Beruf des Tierheilpraktikers in Deutschland erlaubt ist und im Rahmen der allgemeinen Gesetze (insbes. Arzneimittelrecht, Tierschutzrecht, Wettbewerbsrecht) eine hohe Unabhängigkeit genießt, darf er in anderen Ländern Europas nur unter Aufsicht eines Tierarztes ausgeübt werden oder ist – wie in Österreich - verboten. Ähnliches gilt für den Beruf des Tierphysiotherapeuten.

Folgende Institutionen waren auf der Veranstaltung vertreten

Ältester Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands e. V.
Allianz für Pferdegesundheit e.V.
Association for Natural Medicine in Europe
Berufsverband der Tierheilpraktiker  Schweiz
Berufsverband für veterinärmedizinische manuelle Therapie
BESW-Akademie
Deutsche Gesellschaft für Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten e.V.
Esther Weber-Voigt Schule
FNT Fachverband für niedergelassene Tierheilpraktiker e. V.
Institut Professionnel d'Ostéopathie Animale Mécaniste
Institute of Applied Equine Podiatry
Internationaler Berufsverband der Hundetrainer/innen e.V.
Kooperation deutscher Tierheilpraktikerverbände e.V.
Naturheilschule Prester
Organisme Européen des Conseillers Comportementaliste
le Syndicat des Formations en Ostéopathie Animale Exclusive
Tierphysiotherapeutenverein Österreich e.V.
Tierphysiotherapie Verband Deutschland e.V.
Union Professionnel des Pédicures Equins
Verband der Tierpsychologen und Tiertrainer e.V.
Verband freier Tierheilpraktiker e.V.