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Hippoplast Klebeschalen
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Text:
Rosi Schnitzenbaumer, Hufpflegerin, Huftechnikerin DHR |
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Produktbeschreibung
Hippoplast ist einer
der neueren Anbieter auf dem sich jährlich und rasant weiter
ausdifferenzierenden Markt der Huftechnik. Seit 2001 bot die Firma
mit Sitz im französischen Lothringen zunächst unterschiedliche
Kunststoffbeschläge an. Darauf folgten Kleber und Gelpads zur
Polsterung. Seit Mitte letzen Jahres gibt es eine Innovation auf
dem Gebiet der Klebeschuhe: die Hippoplast Klebeschalen. Sie brachte
dem Hersteller die Auszeichnung „Hufschutz des Jahres“
des Deutschen Hufregisters, einer Unterorganisation der BESW Hufakademie
ein.
Die Hippoplast Klebeschalen
bestehen aus TPU. Zur Beklebung eines Hufes benötigt man zwei
der halbrunden Schalen, die es in vier Größen gibt. Die
Schalen sind relativ weich und auf der der Hufwand zugewandten Innenseite
zur besseren Aufnahme des Klebers leicht gerillt.
Die Hufe werden wie
üblich für Beklebungen bearbeiten. Zunächst wird
loses und fauliges Horn entfernt. Um eine optimale Beklebung zu
erreichen, sollten die Hufwände so weit beraspelt werden, dass
sie einen geraden Verlauf haben. Anschließend werden die Klebeschalen
je nach Hufform, Hufgröße und Winkelung der Hufwände
mit dem Knipper gekürzt bzw. eingeschnitten. |
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Mit
den im Klebeset mitgelieferten Reinigungstüchern werden Hufe
und Innenseite der Klebeschalen gesäubert.
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Der
Hippoplast Kleber „Black Tack“ ist in Kartuschengrößen
von 50 und 200 ml erhältlich. Für die Anbringung eines
Klebeschalenpaars reicht eine 50 ml-Kartusche. Die 200 ml-Kartusche
passt mit ein paar kleinen Modifikationen in die bei den meisten
Huftechnikern vorhandene Spritzpistole von VETTEC.
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Man
verteilt nun den Kleber zügig in die Klebeschalen
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drückt beide Schalen fest an den Huf. Etwa sechzig Sekunden
muß man die Schalen fest halten.
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Anschließend
umwickelt man den Huf horizontal ein paar mal fest mit Klebeband.
Besonders gut eignet sich die elastische, transparente Folie von
Sigafoos für die es einen passenden Abroller gibt.
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Bei
ruhigen Pferden kann man die Gliedmaße anschließend
abstellen. Es empfiehlt sich jedoch eventuell die gegenüberliegende
Gliedmaße noch ein paar Minuten aufzuheben. Die Klebung ist
bei Raumtemperatur nach drei bis vier Minuten fest bzw. kann weiter
verarbeitet werde . Nun wird der nächste Huf beklebt. Nach
der Klebung kann das Klebeband bzw. die Folie entfernt werden.
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Jetzt
wird der Beschlag zubereitet. Aluminium und Eisen werden passend
zum Huf geformt. Der Beschlag sollte nicht zu weit überstehen.
Die Nagellöcher mit einem 4,5-mm-Bohrer aufbohren und mit einem
6-mm-Bohrer ansenken, damit die Schraubenköpfe gut versenkt
sind und sich nicht ablaufen.
Zum Befestigen des Beschlages werden 16 mm x 5 mm Spaxschrauben verwendet. Bei dickeren Beschlägen ist es ratsam längere Schrauben zu verwenden ( 18 mm bis max. 20 mm). Damit wird sichergestellt, daß die Spaxe auch richtig in die Klebeschalen greifen.
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Kunststoffbeschläge
werden einfach aufgeschraubt und die Überstände des Beschlages
mit Nipper und Raspel entfernt. Es sollten pro Huf mindestens acht
bis zehn Schrauben verwendet werden. Die Beklebung ist anschließend
komplett ausgehärtet und voll einsatzbereit.
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Die
Klebeschalen müssen öfters seitlich am Huf positioniert
werden. Dadurch entsteht unter der Zehenspitze ein Zwischenraum
– die Zehe würde schweben. Um dies zu verhindern, wird
etwas Kleber zwischen Beschlag und Zehenspitze eingebracht. Dazu
klebt man die Zehenspitze mit dem Klebeband ab
und
füllt dann den Kleber von oben ein.
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Testbetrieb Testpferd Nr.1: 14jährige
Quaterstute
Beklebung an den Vordergliedmaßen mit Hippoplast Klebemanschette, auf die ein Hippoplast Kunststoffbeschlag aufgebracht wurde. Die Stute wird drei bis vier mal in der Woche meist im Gelände und auf steinigen Böden geritten. Das Laufverhalten war sehr gut, der Kunststoffbeschlag wurde beim Aufschrauben etwas nach hinten gesetzt um ein besseres Abrollen zu gewährleisten. Die Hippoplast-Kombination war acht Wochen auf dem Pferd. In dieser Zeit nahm die Stute an einem einwöchigen Wanderritt teil. Der Kunststoffbeschlag zeigte sehr geringen Abrieb. Die Klebeschalen waren absolut fest am Huf. Testpferd Nr.2: 9jährige Kabadienerstute Beklebung an allen vier Hufen. Die vorderen Gliedmaßen erhielten einen Hippoplast-Kunststoffbeschlag, die hinteren einen St. Croix Eventer Aluminium-Beschlag. Die Stute hat auf der Vorhand keine optimalen Hufe. Sie haben eine rechteckige Form mit sehr steilen Außenwänden. Trotzdem ließen sich die Schalen problemlos an die Hufe anpassen und ankleben. Auch bei diesem Pferd wurden die Alubeschläge auf der Hinterhand etwas zurückgesetzt aufgeschraubt. Die Stute neigt dazu, lange Zehen zu bekommen und dadurch läuft sie sich die Trachten stark ab. Die Hufe blieben bei der Beklebung allerdings sehr schön in Form. Dieses Testpferd wird fast täglich im Gelände auf steinigen Böden oder Halle/ Reitplatz geritten. Laufverhalten sehr gut. Da die Stute ein sehr geringes Hornwachstum zeigte und schön in ihrer Stellung blieb, konnten wir den Beschlag so lange am Huf lassen bis eine Klebeschale abfiel, um die Haltbarkeit des Hippoplast Klebers zu testen. Dies war auf der Vorhand nach zehn Wochen, auf der Hinterhand nach zwölf Wochen der Fall. In dieser Zeit wurde ein Wanderritt von einer Woche absolviert. Die angeschraubten Kunststoff- und Aluminium-Beschläge waren jeweils abgelaufen. Die Stute hat sich einmal einem Kunststoffbeschlag auf der Weide abgetreten. Dabei blieben die Klebeschalen allerdings am Huf und der Beschlag musste einfach wieder angeschraubt werden.
Fazit Die Klebeschalen sind
sehr weich und lassen sich sehr gut allen Hufformen durch einschneiden
anpassen. Es können je nach Bedarf des Pferdes alle Beschlagsarten
und -materialien angeschraubt werden. Durch die Verwendung von zwei
Halbschalen, bleibt die Zehe vorne offen. So vermeidet man eine
künstliche Verlängerung der Zehe durch Kleber bzw. Klebeschuh.
Der verwendete Zweikomponentenkleber der Fa. Hippoplast wird nur
etwa 60° heiß. Bei Hufrehepferde, deren dorsale Hufwand
dünn geraspelt wurde, besteht daher nicht die Gefahr von zusätzlicher
Belastung der Lederhaut durch Überhitzung. Mit einem Preis
von gegenwärtig € 20 für das Paar ist das Angebot
der Firma Hippoplast sehr kostengünstig gegenüber anderen
Klebeschuhen. Die Klebeschalen sind für € 44 auch im Set
erhältlich – bestehend aus einem Paar Hippoplast Kunststoffbeschlägen
und einem Paar Klebeschalen samt 50 ml Kleber und Zubehör –.
Oder für € 86 für das Doppelset von jeweils zwei
Paar Klebeschalen und Kunststoffbeschläge etc. Durch die leichte
Verarbeitung schafft man mit etwas Routine zwei Hufe in einer Stunde.
Dadurch, dass man mit einer Einheitsgröße auskommt, muß
der Huftechniker kein umfangreiches Sortiment verschiedener Größen
und Ausführungen mit sich führen.
Bezugsquellen Zu beziehen sind die
Hippoplast Klebeschalen direkt von Hersteller Zurück zu den anderen Testberichten
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