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Pferd Hufhobel |
| Test: Rosi Schnitzenbaumer, Hufpflegerin und Huftechnikerin |
| Dieses
Pferd ist ein dicker Fisch. Ende des 18. Jahrhunderts begann Johan
Caspar Rüggeberg mit der Fertigung von Feilen, Raspeln und
allerlei Werkzeug. Die kleine Hammerschmiede lag am Rande des Ruhrgebiets,
das wenig später zum Symbol der deutschen Industrialisierung
wurde. Vermutlich ohne auch nur im entferntesten zu ahnen, dass
man zweihundert Jahre später Hufraspeln herstellen würde,
wählte schon die zweite Generation ein durch den Reifen springendes
Pferd als Firmenzeichen. Mit etwa 1.900 Mitarbeitern und weltweit
etwa siebzig Tochtergesellschaften bleibt die Firma trotzdem ihren
Wurzeln treu und hat seit mehr als hundert Jahren ihre Firmenzentrale
im beschaulich oberbergischen Marienheide.
Produktbeschreibung Unter den mehr als
6.500 Werkzeugen zum Spanen und Trennen von Werkstoffen findet sich
mit der Bestell-Bezeichnung 3510 eine Hufraspel – neuerdings
Erfurcht gebietend zum Hufhobel befördert. Das lässt aufhorchen.
Und so fragt denn auch die Firma Pferd in Abwandlung einer weit
verbreiteten skandinavischen Weisheit selbstbewußt: „Raspeln
Sie noch oder hobeln Sie schon?“ Hintergrund der Frage ist
wohl die Behauptung, die Standfestigkeit des Hufhobel sei drei mal
so gut wie bei einer gewöhnlichen Hufraspel.
Mit 35 cm ist der Hufhobel
zunächst mal genauso lang wie andere Hufraspeln. Mit 500 Gramm
ist sie etwas leichter als z.B. eine Save Edge (590 Gramm). Was
sofort auffällt, ist, dass sie deutlich weicher ist. Beim genaueren
Betrachten der groben Seite fällt auf, dass der Hufhobel gefräst
statt geschlagen ist.
Den Unterschied erkennt man im direkten
Vergleich eines Hufhobel (oben) mit einer gängigen Hufraspel
von Save Edge (unten). Die Fräsung soll im Vergleich zur
Stanzung eine exaktere Herstellung des Hiebs ermöglichen.
Wohl nicht das einzige Geheimnis hinter der langen Standfestigkeit.
Testbetrieb Beim ersten Anfassen
des Hufhobel wird schnell klar: Wer beim Arbeiten Handschuhe trägt
ist klar im Vorteil. Der Hufhobel ist schon bei der blanken Berührung
so scharf, dass man gar nicht weis wie man ihn in die Hand nehmen
soll, ohne sich blutige Finger zu holen. Also hat die Testerin
zusätzlich zum Griff noch eine Schutzkappe auf die gegenüberliegende
Seite gesteckt. Das ist auch empfehlenswert, da der Hufhobel auf
der feinen Raspelseite bis ganz nach vorne gefräst ist. So
kann man sie gefahrloser halten wenn man ohne Handschuhe arbeitet.
Am leichtesten
gleitet der Hobel wenn möglichst ohne großen Druck
gearbeitet und dabei möglichst im flachen Winkel geraspelt
wird. Ansonsten verhakt sie sich sofort. Wie es sich für
einen Hobel gehört, fallen richtig große Späne
beim Raspeln ab. Ein Traum, besonders wenn man an Hufwänden
sehr viel bearbeiten muss wie z.B. bei Hufrehe. Die feine Seite
des Hobels macht die Wände richtig schön glatt. Und
das alles mit sehr wenig Kraftaufwand.
Nach zwei Wochen
im täglichen Einsatz ist sie immer noch scharf. Allerdings
kann ich sie jetzt ohne Bedenken in die Hand nehmen –
ohne mir die Finger aufzuschneiden. Auch nach vier Wochen im
Einsatz raspelt sie immer noch sehr gut.
Einen anderen Vorteil
des Hufhobel erfuhr ich von einem Kollegen. Dieser hatte den
Hufhobel auf dem Boden abgelegt und zwar mit dem einen Ende
auf einem Bordstein. Nachdem ein Pferd drauf gestiegen war,
war der Hufhobel ordentlich durchgebogen. Eine andere Hufraspel
wäre durchgebrochen. Der Hufhobel ließ sich einfach
wieder gerade biegen und weiter benutzen.
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| Fazit Am Anfang ist der Hufhobel
etwas gewöhnungsbedürftig, dann aber wirklich genial.
Sehr kraftsparend und effektiv. Er behält die Schärfe
wirklich dreimal so lange wie eine normale Raspel, Damit ist der
sehr hohe Preis absolut gerechtfertigt. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes
Werkzeug. Möglicherweise werden wir bald wirklich nur noch
hobeln und nicht mehr raspeln.
Bezugsquelle
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