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Pferd Hufhobel

Test: Rosi Schnitzenbaumer, Hufpflegerin und Huftechnikerin
Text: Rosi Schnitzenbaumer, Hufpflegerin und Huftechnikerin und Dr. Alexander Wurthmann
Fotos und Redaktion: Dr. Alexander Wurthmann

Dieses Pferd ist ein dicker Fisch. Ende des 18. Jahrhunderts begann Johan Caspar Rüggeberg mit der Fertigung von Feilen, Raspeln und allerlei Werkzeug. Die kleine Hammerschmiede lag am Rande des Ruhrgebiets, das wenig später zum Symbol der deutschen Industrialisierung wurde. Vermutlich ohne auch nur im entferntesten zu ahnen, dass man zweihundert Jahre später Hufraspeln herstellen würde, wählte schon die zweite Generation ein durch den Reifen springendes Pferd als Firmenzeichen. Mit etwa 1.900 Mitarbeitern und weltweit etwa siebzig Tochtergesellschaften bleibt die Firma trotzdem ihren Wurzeln treu und hat seit mehr als hundert Jahren ihre Firmenzentrale im beschaulich oberbergischen Marienheide.

 

Produktbeschreibung

Unter den mehr als 6.500 Werkzeugen zum Spanen und Trennen von Werkstoffen findet sich mit der Bestell-Bezeichnung 3510 eine Hufraspel – neuerdings Erfurcht gebietend zum Hufhobel befördert. Das lässt aufhorchen. Und so fragt denn auch die Firma Pferd in Abwandlung einer weit verbreiteten skandinavischen Weisheit selbstbewußt: „Raspeln Sie noch oder hobeln Sie schon?“ Hintergrund der Frage ist wohl die Behauptung, die Standfestigkeit des Hufhobel sei drei mal so gut wie bei einer gewöhnlichen Hufraspel.
Mit 35 cm ist der Hufhobel zunächst mal genauso lang wie andere Hufraspeln. Mit 500 Gramm ist sie etwas leichter als z.B. eine Save Edge (590 Gramm). Was sofort auffällt, ist, dass sie deutlich weicher ist. Beim genaueren Betrachten der groben Seite fällt auf, dass der Hufhobel gefräst statt geschlagen ist.


 

Den Unterschied erkennt man im direkten Vergleich eines Hufhobel (oben) mit einer gängigen Hufraspel von Save Edge (unten). Die Fräsung soll im Vergleich zur Stanzung eine exaktere Herstellung des Hiebs ermöglichen. Wohl nicht das einzige Geheimnis hinter der langen Standfestigkeit.

Testbetrieb

Beim ersten Anfassen des Hufhobel wird schnell klar: Wer beim Arbeiten Handschuhe trägt ist klar im Vorteil. Der Hufhobel ist schon bei der blanken Berührung so scharf, dass man gar nicht weis wie man ihn in die Hand nehmen soll, ohne sich blutige Finger zu holen. Also hat die Testerin zusätzlich zum Griff noch eine Schutzkappe auf die gegenüberliegende Seite gesteckt. Das ist auch empfehlenswert, da der Hufhobel auf der feinen Raspelseite bis ganz nach vorne gefräst ist. So kann man sie gefahrloser halten wenn man ohne Handschuhe arbeitet.

 

Am leichtesten gleitet der Hobel wenn möglichst ohne großen Druck gearbeitet und dabei möglichst im flachen Winkel geraspelt wird. Ansonsten verhakt sie sich sofort. Wie es sich für einen Hobel gehört, fallen richtig große Späne beim Raspeln ab. Ein Traum, besonders wenn man an Hufwänden sehr viel bearbeiten muss wie z.B. bei Hufrehe. Die feine Seite des Hobels macht die Wände richtig schön glatt. Und das alles mit sehr wenig Kraftaufwand.
Nach zwei Wochen im täglichen Einsatz ist sie immer noch scharf. Allerdings kann ich sie jetzt ohne Bedenken in die Hand nehmen – ohne mir die Finger aufzuschneiden. Auch nach vier Wochen im Einsatz raspelt sie immer noch sehr gut.
Einen anderen Vorteil des Hufhobel erfuhr ich von einem Kollegen. Dieser hatte den Hufhobel auf dem Boden abgelegt und zwar mit dem einen Ende auf einem Bordstein. Nachdem ein Pferd drauf gestiegen war, war der Hufhobel ordentlich durchgebogen. Eine andere Hufraspel wäre durchgebrochen. Der Hufhobel ließ sich einfach wieder gerade biegen und weiter benutzen.

 



Fazit

Am Anfang ist der Hufhobel etwas gewöhnungsbedürftig, dann aber wirklich genial. Sehr kraftsparend und effektiv. Er behält die Schärfe wirklich dreimal so lange wie eine normale Raspel, Damit ist der sehr hohe Preis absolut gerechtfertigt. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Werkzeug. Möglicherweise werden wir bald wirklich nur noch hobeln und nicht mehr raspeln.

 

Kontakt zur Autorin

Bezugsquelle

 

Hersteller:

August Rüggeberg GmbH & Co. KG
PFERD-Werkzeuge
Hauptstraße 13
51709 Marienheide
www.rueggeberg.com

Der Hufhobel ist gegenwärtig (15.3.09) für € 57,72 incl. Mehrwertsteuer über den Hufbeschlaghandel erhältlich.
Andreas Strohm Hufbeschlagartikel
Ikarusstr. 26
D 40474 Düsseldorf
Tel. 0211/650408/0
Fax 0211/650408/77
www.strohm.de

oder

Ernst Niemerg OHG Hufbeschlaghandel
Grevener Str. 13
D 48149 Münster
Tel. 0251/293265
Fax 0251/270301oder

Heunetz.de
Christoph Gehrmann
Hüllscheider Weg 2
D-53940 Hellenthal-Losheim
info@heunetz.de
www.heunetz.de

Alle Rechte, auch der Übersetzung in fremde Sprachen liegen bei der BESW Hufakademie. Kein Teil der Publikation darf ohne schriftliche Genehmigung der BESW Hufakademie in irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikroverfilmung oder irgend ein anderes Verfahren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen werde, das gilt auch für jedwede digitale Verarbeitung oder Verwendung in Datennetzen.

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