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Theo Boot |
Text: Rosi Schnitzenbaumer, Hufpflegerin, Huftechnikerin
und Dr. Alexander Wurthmann |
| Theo Rüspeler
wurde vermutlich von einem Hufschuh gezeugt und geboren, von einem
Hufschuh erzogen und lebt Zeit seines Lebens unter lauter Hufschuhen.
Daß er nicht selbst wie ein Hufschuh aussieht, ist vermutlich
sein größter Kummer. Den lieben langen Tag singt er immerzu
„Das Wandern ist des Hufschuh Lust“ ... Aber Spaß
beiseite. Der Theo ist ein ganz normaler, sehr netter Mensch, der
einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebens den Hufschuhen
widmet. Und darin übertrifft ihn - unseres Wissens - niemand
im deutschsprachigen Raum. Wenn es in Deutschland ein Synonym für
„Hufschuhe“ gibt, dann lautet das „Theo Rüspeler“.
Seit mehr als 30 Jahren sammelt etreibt vor allem den easy boot und weitere Produkte aus dem in Tuscon, Arizona beheimateten Hersteller easy care. Schon früh demonstrierte Theo als Wanderreiter, bei Orientierungsritten ur Erfahrung mit Hufschuhen. Er vernd als Gespannfahrer die Eignung von Hufschuhen auch für diese Zwecke. Bald begann er weitere Einsatzgebiete für Hufschuhe zu erschließen. Als ihm die vorhandenen Hufschuhe nicht mehr genügten, begann er, diese umzubauen und an besondere Erfordernisse anzupassen. So erhielten auch Esel und Mulis mit ihren besonderen Hufformen sowie Kaltblutpferde maßgeschneiderte Hufschuhe. Bald machte er die Sohlen der easyboots als schwache Stelle aus, die eine längere Nutzung begrenzten. Also begann er mit der schraubenlosen Befestigung von Kunststoffbeschlägen auf allen im Handel befindlichen Hufschuhen aus PU-Material. Vorwiegend klebte er Trotters-Soft auf easyboots. So wurde Theo Rüspeler zum Hufschuhdoktor.Nach so viel intensiver Erfahrung beginnt man dann irgendwann, Überlegungen über den perfekten Hufschuh anzustellen. Die Zeit, diese in die Realität umzusetzen, kam, als es 2006 zunehmend Reklamationen von easyboot-Kunden wegen nachlassender Qualität und der Passform gab. So entstand der Theo Boot. Produktbeschreibung Der Theo Boot besteht aus einer Hufschale, die wie ein verkürzter Pantoffel aussieht – ist also hinten offen. Die Hufschale wird aus einem Kunststoff auf PU-Basis hergestellt. Durch zwei Schlitze im Bereich der Zehenwand entsteht eine Zunge, die das Anziehen erleichtern soll. Der Boden der Hufschale ist genoppt. Dadurch laufen die Schuhe nach jeder Wasserdurchquerung leer und sind schnell wieder trocken. Dank dem Noppenboden findet unter der Hufsohle eine Luftzirkulation statt, die auch nach längerem Tragen der Schuhe immer für eine trockene und harte Hufsohle sorgt.
Unter der Hufschale ist eine Theo-Boot-Sohle
mit Spezial-Kunststoffschrauben befestigt. Das Profil entspricht
weitestgehend dem Trotter-Profil, was dank der jahrelangen, guten
Zusammenarbeit zwischen Dagmar Kucher (Fa. Trotter) und Theo Rüspeler
möglich wurde.
Für den Einsatz
unter dem Theo Boot erhielt die Laufsohle eine Rinne und vier Vertiefungen
an den Ecken und im Zehenbereich, die als Aufnahmen für die
Theo-Boot-Sohle dienen. Sie sollen die Laufsohle zusammen mit den
Schrauben gegen Verdrehen sichern.
Die Theo-Boot-Sohle ist genau so dick wie
der original Trotters Grip. Für die Nutzung bei Pferden,
die zum Schlurfen neigen, können die Sohlen im Zehenbereich
mit einer Eisenplatte, die um die Vorderkante herum gezogen ist,
gegen übermäßigen Verschleiß geschützt
werden.
Für den Winterbetrieb
oder den Einsatz vor der Kutsche auf Grasböden oder beim Springen
können die Sohlen mit bis zu vier Stollen oder Spikes ausgerüstet
werden.
Die Theo-Boot-Sohle
ist mit acht Kunststoffschrauben an der Hufschale befestigt. Die
Schraubenköpfe liegen gegen Beschädigungen gesichert im
Innern der Hufschale.
Die Schrauben können
mit einem Spezial-Kreuzschlitz-Schraubendreher-Aufsatz in der Größe
PZ 3 gedreht werden (erhältlich über den Theo, im Fachhandel
und gut sortierten Baumärkten). Zur optimalen Erreichbarkeit
der Schrauben liegen zwei der vorderen Schrauben exakt unter den
Schlitzen, die durch die Zungen entstehen. Eine weitere liegt ganz
weit vorne. Für sie wurde in die Schale ein passendes Loch
geschnitten, das auch noch einen weiteren Zweck erfüllt –
dazu später. Bequemer ist es mit einem gekröpften 10er
Ringschlüssel, da hier die Hebelkräfte ein leichteres
Arbeiten erlauben. Damit der Ringschlüssel die Schrauben gut
packen kann, hat der Theo um die Aufnahmen der Schrauben in der
Sohle Aussparungen eingelassen. Auf dem folgenden Bild sieht beide
Lösungen – mit und ohne Aussparungen
Der Theo Boot wird
mit einem Trachtenband am Huf befestigt. Der Schließmechanismus
ist wie bei einem Schnallenmechanismus ähnlich einem Schistiefel.
Mit dem inneren Ratschenhebel stellt man zu Beginn die Weite und
Länge des Schuhs ein. Mit der außen gelegenen Schnalle
wird der Schuh geöffnet und geschlossen. Kleine Krallen aus
Hartplastik können auf das Trachtenband aufgefädelt werden.
Sie liegen dann an den seitlichen Hufwänden an und sollen gegen
das Verdrehen des Hufschuhs am Huf helfen.
Anziehen Das Anziehen ist ganz
einfach. Die Zunge wird nach vorne gebogen und das Trachtenband
nach hinten gezogen.
Der Huf in den Schuh
eingeführt
Dann zieht man das Trachtenband
über die Trachten
Nach dem Abstellen kann man
im vorderen Loch für das Verdrehen der Schrauben zur Sohlenbefestigung
kontrollieren, ob der Huf vorne bündig im Schuh sitzt.
Danach wird die äußere
Schnalle geschlossen.
Das Nachregulieren des
Trachtenriemens ist nur bei geöffneter Außenschnalle
möglich. Zum enger stellen, muß man den Zahnriemen nur
um die gewünschte Anzahl Zacken verschieben. Zum weiter stellen
muß nur der Ratschenhebel kurz gedrückt werden. Dann
kann man den Zahnriemen heraus ziehen.
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| Größen Gegenwärtig ist
der Theo Boot nur in Größe 7 erhältlich und damit
für mittlere Hufweiten zwischen 12 und 13,5 cm geeignet. Ab
etwa August 2008 werden die Größen 5, 6 und 8 dazukommen.
Dann sind die Hufbreiten von 10 bis 14,5 cm abgedeckt. Geplant sind
Größen von 4,5 bis 23 cm.
Kosten Die Preise beginnen
bei € 150 € (Stand 27.6.08) für das Paar mit Sommersohle.
Testbetrieb Der Theo Boot wurde
an zwei Pferden getestet. Das erste Pferd war eine Norwegerstute,
18 Jahre jung, Freizeitpferd. Sie wird fast täglich in der
Halle bzw. im Gelände geritten. Der Theo Boot wird auf der
Vorhand getestet. Die Stute neigt dazu, lange Zehen zu bekommen.
Sie ist sehr weich gefesselt und hat unterschobene Trachten. Die
Besitzerin hat Erfahrung mit Hufschuhen und ist begeistert über
das leichte, unkomplizierte An- und Ausziehen. Die Stute wird erst
mal mit den Schuhen in der Halle frei laufen gelassen. Die Schuhe
halten. Im Gelände auf harten Boden läuft unser Testpferd
auch ohne Probleme. Diese tauchen erst im weichen Boden auf. Die
Schuhe werden im Trab verloren, was daran liegt, dass die Stute
nur wenig Trachten hat und die auch noch leicht untergeschoben sind.
Das Trachtenband hält deshalb nicht richtig. Mit den nachbestellten
Krallen ist es besser, aber die Schuhe werden doch immer wieder
mal auf matschigem Untergrund verloren. Im Großen und Ganzen
ist die Kundin aber sehr zufrieden. Testpferd Nr. 2 ist eine Quarterstute, 17 Jahre, Freizeitpferd. Sie geht fast ausschließlich ins Gelände. Der Theo Boot wird ebenfalls auf der Vorhand aufgezogen. Sie wird in allen Gangarten geritten, auch durch Matsch. Ihr Gangverhalten änderte sich nicht, sie läuft wie immer, rollt auch gut ab, alles prima. Der Theo Boot macht alles mit und bleibt immer sicher am Huf. |
| Fazit Der Theo Boot hält
seine Versprechen vollauf. Er lässt sich leicht an- und ausziehen
sowie anpassen. Verdrehen ist fast gänzlich abgestellt, der
Verschleiß ist sehr gut, die Ersatzteile – insbesondere
die Sohle – lassen sich sehr leicht austauschen.
Insgesamt sind Stärken
und Schwächen bauartbedingt. Die Befestigung über Trachtenriemen
sorgt einerseits für fast unbegrenzte Tragezeiten und eliminiert
Eingewöhnungsphasen. Die Pferde laufen sich zudem keine Druckstellen.
Andererseits ist der Theo Boot nur bedingt für Pferde mit unterschobenen
oder ohne Trachten geeignet, da der Hufschuh nur über das Trachtenband
am Huf gehalten wird. Das Gewicht des Theo
Boot bewegt sich im gängigen Rahmen. Dazu trägt auch bei,
dass der Theo Boot hinten offen ist. Auf diese Weise kann man den
systembedingten Gewichtsnachteil kompensieren, der dadurch entsteht,
dass man mit der Hufschale einen Träger und eine Sohle und
damit zwei Teile hat, wo sich andere Hufschuhe mit nur einer Sohle
begnügen. Insgesamt gebührt
dem Theo Boot viel Respekt und Lob zugleich: In diesen Hufschuh
ist richtig viel Hirnschmalz geflossen. Dem Hufschuh scheint eine
große Zukunft bevor zu stehen. Nach den ersten 1.000 verkauften
Theo Boots erwarten wir den Theo auf der eurocheval als Theo Boot
verkleidet.
Bezugsquellen
Zu beziehen ist der
Theo Boot direkt von Hersteller Zurück zu den anderen Testberichten |