Testbericht Hoof Buffer 01

Test: Toni Wöckel, Hufpflegerin
Text und Fotos: Toni Wöckel, Hufpflegerin und Dr. Alexander Wurthmann

Pete Ramey ist neben Jamie Jackson der wichtigste Vertreter des Natural Hoofcare. Dieser Ansatz der Hufbearbeitung wurde zwar schon vor einigen Jahren durch die Forschungen von Brian Hamson an den australischen Brumbies widerlegt. An der BESW wird er auch nicht unterrichtet. Dennoch kommt von Pete Ramey jetzt eine neue Generation Hufraspel, die es wert ist getestet zu werden. Schon lange hat Pete Ramey nicht nur Hufe bearbeitet, sondern auch Bücher darüber verfasst und Videos gedreht. Schon lange verkauft er auch Werkzeug für Hufbearbeiter. Selbst entwickeltes und solches, das er von anderen Herstellern bezieht. Zu den selbst entwickelten Werkzeugen zählt eine ganze Familie von Raspeln, die von der an und für sich richtigen Beobachtung inspiriert wird, dass es am Huf kaum gerade, kantige Anteile gibt, vielmehr fast alles rund oder gebogen ist. Besonders wichtig dabei ist natürlich das typischste Merkmal des Natural Hoofcare: die Mustang Roll. Die beiden wichtigsten Raspeln dienen daher auch der Herstellung der Mustang Roll und einer geschwungenen Hufsohle.

Produktbeschreibung

Neuster Zugang ist der Hoof-Buffer. Nachdem zuvor schon eine Ausführung auf den Markt gebracht wurde, bei der das Schleifband eines Bandschleifers um einen Plastikbügel gelegt wurde, erleben wir jetzt die Markteinführung des Hoof Buffer Pro. Nach den runden Raspeln gibt es nun also wieder gerade – aber von einem neuen Typ. Die Raspel besteht aus einem Metallbogen, in den ein dünnes Raspelblatt eingespannt wird. Der Buffer wird in Einzelteilen geliefert. Zur Montage verwendet man den mitgelieferten Gabelringschlüssel. Die Spannung des Raspelblatts kann durch Verstellung einer Metallstrebe verändert werden. Die Raspelfläche ist dadurch im gewünschten Masse flexibel.

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Der zu diesem Zweck mitgelieferte Gabelringschlüssel wird auch zur Montage der Einzelteile des Hoof Buffer verwendet.

 

Die Metallstrebe ist so geschickt platziert, dass sie zusammen mit dem Metallbügel einen Griff bildet, mit dem der Hoof Buffer geführt werden kann.

 

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Ein neues Raspelblatt kann relativ einfach eingespannt werden. Seitlich müssen lediglich zwei Schrauben gelöst werden. Eine Sache von wenigen Minuten.

Testbetrieb

Überraschend leicht ist der Hoof Buffer und handlich klein, was sehr angenehm ist. Man kann ihn auch mit einer Hand führen. Für den ersten Testversuch wurde ein Hufpräparat verwendet.

Man verwendet den Hoff Buffer auf dem Hufbock, oder aber auch in aufgehobenen Zustand um eine schöne Mustang Roll zu bekommen.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit wurde die Spannung in der Metallschiene gelockert, da dann die Arbeitsfläche weicher wird und sich besser um den Huf legt.

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Dadurch kann man zwar nicht mehr so viel Hufabrieb produzieren, die Raspelfläche passt sich jedoch besser dem Huf an. Mit der gelockerten Raspelfläche kann man sehr leicht eine gleichmäßige Mustang Roll erarbeiten.

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Im Vergleich wurde die linke Hufseite herkömmlich mit einer Raspel bearbeitet und die Kanten abgerundet. Die rechte Seite des Hufs wurde mit dem Hoof Buffer bearbeitet. Man sieht ziemlich klar den Unterschied zwischen der Bearbeitung mit der Raspel und dem Buffer. Die Kanten mit dem Hoof Buffer sind runder.

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Testergebnisse

Im Alltag hat sich der Hoof Buffer sehr gut geeignet um eine abschliessende Abrundung am Huf zu machen, jedoch nicht um eine Wand richtig durchzustrecken. Er wurde in der Praxis vorwiegend für das 'finish' verwendet.

Die Kundschaft war jedoch so begeistert von dem kleinen, leichten, handlichen Buffer, dass sie diesen sofort kaufen wollte. Er ist für Laien sehr leicht anzuwenden. Man kann ihn in beide Richtungen ziehen und ausgebrochene Kanten leicht abrunden ohne viel falsch zu machen.

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Ebenso ist er sicherlich gut geeignet für einen Wanderritt mit Barhufpferden, da man ihn gut verstauen kann und er wenig Gewicht hat.

Die Standfestigkeit des Hoof Buffer ist sehr gut. Selbst nach gut 40 - 50 Pferden war er noch scharf. Lediglich die Spannung musste nach ca. 20 Pferden neu gerichtet werden, was in wenigen Handgriffen einfach durchzuführen ist.

Leider hat sich jedoch gezeigt, dass der Hoof Buffer nicht besonders resistent gegen ungestü-me Pferden ist, so dass die Metallschiene leider nach ca. 40 - 50 Pferden gebrochen ist. Ein Pferd hatte dagegen getreten. Der Buffer ist leider tatsächlich der Mitte nach - längs - gebrochen, nachdem ein Pony ein ziemliches Theater gemacht hat und das Teil in eine Ecke flog... Sorry... Der Bügel selbst ist jedoch noch intakt.

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Kosten

Ca 60 € incl. Transport zzgl. Einfuhrumsatzsteuer von derzeit 19 %
Ersatz Raspelblätter ca. 20 $ - ohne Transport und Einfuhrumsatzsteuer von derzeit 19 %


Fazit

Sicherlich eine gute Ergänzung für die Barhufbearbeitung. Pete Ramey selbst bezeichnet es als ‚finishing tool‘. Dem stimmen wir ausdrücklich zu. Leider kann man die unterschiedlichen Schleifbänder des Hoof Buffer Original nicht um den Pro legen. Mit den unterschiedlichen Körnungen hätte sich die Bandbreite der Einsätze deutlich erweitern lassen. Profis werden ein wenig über den Hoof Buffer lächeln. Wer nicht in der Lage ist, mit einer konventionellen Hufraspel eine ordentliche Mustangroll herzustellen, darf noch ein bisschen üben gehen.

Für Laien, die nicht in der Lage sind mit einer Raspel umzugehen, jedoch ein wenig Kanten brechen möchten, ist er sicherlich ein nettes Accessoire und vielleicht ein – wenn auch nicht ganz billiges – Geschenk für den Gabentisch. Kurzum: kein must-have für den Profi, aber ein nice-to-have für den Laien, der ansonsten schon alles hat. Vielleicht entwickelt der eine oder die andere dadurch ja Appetit auf eine ordentliche Hufpflege-Ausbildung und lernt es richtig: zum Vorteil der Pferde und deren viel geplagten Besitzer, die zunehmend unter dem inzwischen immer grösseren Notstand in Sachen Hufbearbeiter leiden.

Hersteller

Star Ridge Company
PO Box 322
Centerton, Arkansas 72719
USA
star-ridge.com

Bezugsquellen

Nur direkt über den Hersteller

 

Den Testbericht hier als pdf downloaden

 

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