Hoof-it Hufbock 01

Test: Christian Schösser, Hufpfleger, Huftechniker, Hufbeschlagschmied
Toni Wöckel, Hufpflegerin, Karin Merkle, Hufpflegerin
Text und Fotos: Christian Schösser und Dr. Alexander Wurthmann

Hoof-it hat schon einige Produktneuheiten auf den Markt gebracht. Nun also eine Weiterentwicklung des Hufbocks. Bisher schon sehr erfolgreich, hat man sich nun mit einem Grundproblem von Hufböcken auseinander gesetzt: Man muss den Huf einmal mit der dorsalen Hufwand auf den Bock legen können, damit man die Hufsohle bearbeiten kann. Und man muss ihn mit der Sohle darauf stellen können, um die Hufwand bearbeiten zu können. Dazu gibt es nun eine neue Idee. Ist sie auch gut?

Produktbeschreibung

Was bisher geschah. Der Hoof-it-Hufbock hatte eine Schale. In das Standrohr hatte man ein weiteres Rohr gesteckt, an dessen oberem Ende ein Gummiballen befestigt war.

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Clevere Idee, hatte aber auch bauartbedingte Nachteile (wir berichteten darüber).

Nun also die Idee, es nicht vertikal, sondern horizontal zu versuchen. Schale und Kopf auf einem Rohr permanent nebeneinander anbringen.

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Es gibt ihn wieder in verschiedenen Farben. Unter anderem in rot nur über die Firma Dick. Inzwischen sind verschiedene Verbesserungen in das Modell eingeflossen.

Oben am Hals des Kunststoffständers wurden zwei Erhebungen eingegossen. Das soll das Verdrehen der Befestigungsklemme verhindern. Befestigungsklemme und Stahlrohr wurden sandgestrahlt. Das Stahlrohr ist jetzt 26 cm lang.

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Die Form der Bodenplatte wurde inzwischen ebenfalls verändert. Aus der früher symmetrischen Form (links) wurde eine asymmetrische Form (rechts). Dies ist in der nunmehr auch asymmetrischen Form des Hufbockkopfes begründet. Wer den Huf auf den Kopf stellt, kann diesen so verdrehen, dass er nach hinten zeigt. Dann wird der Druck aber immer noch symmetrisch auf den Hufbock ausgeübt. Wird die Gabel benutzt, wird der Druck ganz zwangsläufig seitlich ver-setzt. Durch den asymmetrischen Fuss kann dies kompensiert werden. Der weitere Teil des Fusses wird einfach auf die Seite gedreht, nach der die Gabel zeigt, und schon hat man eine weitere Unterstützungsfläche.

Um die Standfestigkeit des Hoof-it zu verstärken, wurde Kohlefaser in das Fussstück gemischt.

Nettes Detail am Rande: Der Hersteller glaubt sehr an die Qualität seines neuen Kopfteils. Er hält fest daran, dass ein Durchnageln unmöglich sei und belegt dies mit einem ungewöhnlichen Beweis.

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Sollte wirklich etwas kaputt gehen, wird das Kopfteil kostenlos ersetzt.

Testbetrieb

Der Hufbock wurde von mehreren Personen über mehrere Wochen verteilt getestet. Pferde verschiedenster Grösse wurden bearbeitet: vom Pony bis zum Vollblüter.


Testergebnisse

Das System wird allgemein als sehr praxisgerecht bezeichnet, da das Tauschen der zwei ver-schiedener Aufsätze wegfällt. Der Aufsatz erscheint gut verarbeitet, das verarbeitete Material sehr stabil und robust. Die Gummierung ist pflegeleicht und wetterbeständig. Allerdings ist sie im nassen Zustand etwas rutschig und durch die sehr runde Form hat der Huf keinen guten Halt wenn das Pferd das Gewicht verlagert. Abrutschen ist nur schwer zu vermeiden.

Die Verstellmöglichkeiten sind leichtgängig und ausreichend. Nichts rutscht. Allerdings erwies sich die Ausführung der Verstellschraube als etwas unpraktisch. Beim Schrauben des Hebels (blauer Pfeil) geriet man allzu leicht in Konflikt mit der Schelle (grüner Pfeil).

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Ungewohnt war für einige, dass man den Hufbock nun passend ausrichten muss, bevor man den Huf drauf stellt.

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Die neue Form führte auch gleich zu einem weiteren Problem. In der oben abgebildeten Stel-lung positioniert man oft das Knie hinter das Pferdebein, um einem Abrutschen und Abstellen durch das Pferd entgegen zu wirken. Dies ist durch die angegossene Gabel nun nicht mehr so gut möglich. Zur Abhilfe den Hufbock um 180 ° drehen geht nicht, weil man dann die Raspel nicht mehr frei über die Hufwand führen kann.

Der Wechsel zwischen Schale und Kopf funktioniert sehr gut. Allerdings nur, wenn das Pferd nicht wesentlich grösser ist als Stockmass 1,50 Meter. Bei grösseren Pferden bestand die Ge-fahr dass der Hoof-it umfiel. Die Hufbearbeiter wünschten sich daher eine grössere Standflä-che. Und sie wollten wieder den alten Auszug mit 40 cm Länge. Aber auch bei kleineren Pfer-den gab es Hindernisse. So ist der Kopf beim Ausschneiden von kleineren Pferden etwas im Weg.


Kosten

Einzig Loesdau lässt Zahlen für den gesamten Hufbock durchblicken: ca. 190 €. Bei Hauptner kostet ein gesamter Bock zwischen ca. 260 und 300 CHF. Das Kopfteil ca. zwischen 50 und 70 CHF (Stand 22.9.15)


Fazit

Ein pfiffiges Produkt also. Sehr zu empfehlen. Aber leider nicht für grosse Pferde geeignet

Hersteller

Hoof Care and Farrier Supply, LLC
1420 Industrial Way
Gardnerville, Nevada 89410
USA
hoof-it.com

Bezugsquellen Deutschland

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Postfach 1173
D-73777 Detzisau
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Fax: +49 7153 817-100
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Fax: +49 65 57 - 90 1 95 20
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Fax 07476 / 94 99 400
Loesdau.de

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Fax: 044 - 805 99 22
hauptner.ch

Bezugsquellen Österreich

Pferdesporthaus Loesdau GmbH & Co. KG
Hechinger Str. 58
72406 Bisingen
Tel. 07476 / 94 99 0
Fax 07476 / 94 99 400
Loesdau.de

 

Den Testbericht hier als pdf downloaden

 

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